Der Vorteil des Nachteils
Schau an! Und der Geschmack? Nun, Tofu nimmt, da selbst äußerst schwach damit ausgestattet, vorwiegend den Geschmack und das Aroma anderer Zutaten an. Aus anderer Perspektive betrachtet, drängt sich hingegen folgende Einsicht auf: Gerade weil guter, frischer Tofu neutral schmeckt, lässt er sich in der Küche vielfältig verwenden – je nach Belieben würzig oder süß. Insbesondere frittierte Tofuwürfel nehmen aufgrund ihrer kleinen „Luftkammern“ im Inneren besonders gut Marinaden und Soßen auf. Tofu eignet sich hervorragend für Nudelgerichte und Aufläufe, für Eintöpfe und Suppen, Sandwiches und gefüllte Gemüse sowie als Pizzabelag und in Salaten.
Fester Tofu lässt sich gut in Scheiben schneiden, würfeln oder zerkrümeln. Da fester Tofu beim Garen nicht zerfällt, eignet er sich für pfannengerührte und geschmorte Gerichte, zum frittieren oder auch als Salatzutat. Außer festem und Seidentofu befindet sich auf der Sortenpalette noch das Tofu-Dessert: Es besteht aus cremigem Seidentofu und einer Fruchtzubereitung und schmeckt pur oder wird als Zutat in Nachspeisen verwendet. Gesalzener Tofu schließlich ist eine besonders fest gepresste, gesalzene Variante des festen Tofus, die beim Garen bestens die Form behält.
Apropos Geschmack: Eine Herausforderung der besonderen Art stellt der Stinktofu dar. Er lässt sich in etwa mit unserem Schimmelkäse vergleichen. In Ostasien äußerst beliebt, trauen sich jedoch viele Nicht-Asiaten nicht so recht an das gute Stück. Stinktofu soll sogar umso besser schmecken, je intensiver sich der Geruch entwickelt. Die Zubereitung jedenfalls ist einfach: Den Tofu in Würfel schneiden und braten bis er außen knusprig wird und eine leicht braune Farbe bekommt. Guten Appetit!
Dierk Szekielda
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