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Stichwort Asien: Monsun
Bereits die alten Araber wussten von den rätselhaften Windströmungen des Indischen Ozeans, die je nach Jahreszeit ihre Richtung um 180 Grad ändern. Nur zu logisch war es also, diese nach ihrem wichtigsten Merkmal zu benennen: «Mausim», das arabische Wort für Jahreszeit, stand Pate für den Ausdruck «Monsun».
Genau genommen ist der Monsun, wie alle Winde, eine Ausgleichsbewegung zwischen Gebieten verschiedenen Luftdrucks, der nur im Sommer Regen bringt: Durch die direkte Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Luft über den tropischen Landmassen besonders stark und steigt nach oben. Über den Kontinenten entsteht so ein Tiefdruckgebiet, das die feuchte Luft der umgebenden Ozeane ansaugt. Das Resultat, ein Feuchtigkeits-beladener Südwest-Wind landeinwärts, bringt vor allem in Indien und Südostasien den lang ersehnten Regen. Besonders heftig macht sich das an den Südhängen des Himalaya bemerkbar, also in Nordindien. Hier staut sich die feuchte Luft, steigt an, kühlt ab und verliert dadurch die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern. Jährlich fast 12.000 Millimeter Regen messen die Meteorologen in Nordindien. Zum Vergleich: Das vermeintlich regnerische Deutschland erhält nur zirka 700 Millimeter Niederschlag pro Jahr.
Der Winter-Monsun dagegen zeigt sich, zumindest aus Sicht der Reisenden, weniger spektakulär. In der kalten Jahreszeit bilden sich über den Kontinenten schwere Kaltluftmassen, die sich als Hochdruckgebiete manifestieren. Auch hier kommt es zu Ausgleichsströmungen, diesmal in Richtung Ozean, wo sich dank der wärmeren Wassertemperaturen ein Tiefdruckgebiet gebildet hat, doch die kalte Luft kann keine Feuchtigkeit speichern. Die daraus resultierenden Winde durchqueren Indien von Nordost nach Südwest, werden aber nicht von Regenfällen begleitet.


