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Stichwort Asien: Opiumkrieg

Wenn der britischen Drogen-Polizei heute ein ganz besonders großer Fang gelingt, dann stammt die Lieferung nicht selten aus Asien. Im 19. Jahrhundert war es genau umgekehrt. Das Recht, Drogen nach China zu importieren, war den Briten damals sogar einen Krieg wert

Im Jahr 1839 platzte dem Kaiser endgültig der Kragen. Er entsandte den Beamten Lin Zexu nach Kanton, um dem Opium-Import Einhalt zu gebieten. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hatten britische Händler illegal Opium nach China gebracht - mit verheerenden Auswirkungen für die chinesische Wirtschaft. Fast der gesamte Silbervorrat des Reichs war in den Taschen der britischen Importeure gelandet. Dazu kamen allein in Südchina über fünf Millionen Abhängige. Eine Petition Lin Zexus an die britische Königin erwies sich als wirkungslos. Auf Lins Befehl wurden daher alle Opiumvorräte der «Barbaren» (über 2,5 Millionen Pfund!) kurzerhand beschlagnahmt und der Handel zwischen Briten und Chinesen bis auf weiteres auf Eis gelegt. Erst wenn sich die Briten verpflichteten, auf den Opiumhandel zu verzichten, wollte Lin wieder Ausländer an Land gehen lassen. Von chinesischer Seite betrachtete man die Angelegenheit damit als erledigt: Wer wollte sich schon mit dem mächtigen Reich der Mitte anlegen? Für die Briten hingegen tat sich damit die Gelegenheit auf, endlich «Handelsfreiheit» für ihre Händler in China zu erzwingen.

Das Empire schlägt zurück

1840 entsandte der britische Außenminister Palmerston eine Seestreitmacht, die vor Hong Kong einen ersten Angriff provozierte und - sozusagen als «Strafexpedition» - im Lauf der nächsten Monate die Küstenregionen von Kanton bis zur Yangzi-Mündung attackierte. Die chinesischen Truppen erwiesen sich als hoffnungslos unterlegen. Bereits 1842 gab sich der Kaiserhof geschlagen und unterzeichnete den Vertrag von Nanjing, der unter anderem eine Entschädigung von 21 Millionen Dollar vorsah, sowie die permanente Abtretung der Insel Hong Kong und die Öffnung verschiedener Häfen. Auch Frankreich und die USA traten in den folgenden Jahren mit Drohungen an das Kaiserreich heran und erhielten ähnliche Rechte.

Auf ein Neues

Doch die Westmächte waren mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden. Bereits 1856 standen wieder britische und französische Kriegsschiffe vor Kanton. Auch diese Auseinandersetzung zog einen mehrjährigen Krieg nach sich, der für China verheerend endete. Im Vertrag von Tianjin 1860 wurde nun endgültig die Legalisierung des Opium-Imports festgelegt und die Halbinsel Kowloon vor Hong Kong abgetreten. Der Nachschub für die chinesischen Opiumhöhlen war für die nächsten Jahrzehnte gesichert.

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wandte sich das Blatt. Nun war die chinesische Eigenproduktion so groß, dass erstmals beträchtliche Mengen, illegalerweise versteht sich, in den Westen exportiert werden konnten

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Françoise Hauser