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Stichwort Asien: Mogul

Rupert Murdoch ist einer, der italienische Premierminister Silvio Berlusconi auch: Als «Medien-Mogule» herrschen sie über ein ganzes Imperium von Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehkanälen. Doch woher stammt der Ausdruck «Mogul» eigentlich?

Indien, Anfang des 16. Jahrhunderts. Das Reich ist in viele kleine Königtümer zerfallen, deren hinduistische wie auch islamische Herrscher eigentlich nur eins im Sinn haben: möglichst viel möglichst schnell aus den Untertanen herauszuholen. Untereinander achten sie derweil eifersüchtig darauf, dass keiner von ihnen zu mächtig wird. Als der afghanische Adlige Babur (aus dem heutigen Usbekistan) 1525 in Nordindien einfällt, braucht er nicht einmal ein Jahr, um einen Kleinstaat nach dem anderen zu erobern. Bereits 1526 gründet das Mughal-Reich. Fortan wird Indien von einer islamischen Dynastie beherrscht, die im Westen unter der nicht ganz korrekten Transkription «Mogul» in die Annalen eingeht.

Die Briten übernehmen

Doch es kocht in der Menge. Allen Versuchen intensiver islamischer Missionierung zum Trotz ist die Mehrheit der Inder hinduistischen Glaubens — und deshalb stark benachteiligt. Immer wieder entlädt sich der Volkszorn in Aufständen, während lokale Machthaber dafür sorgen, dass der Hof zunehmend an Einfluss verliert. Dazu kommt, dass die Briten nach Indien drängen. Persische Angriffe geben dem Mogulenreich schließlich den Todesstoß — sogar Delhi wird geplündert. Für die Briten ist das Mogulen-Reich damit eine leichte Beute geworden: 1857 findet die Dynastie ihr offizielles Ende. Von nun an ist Indien eine britische Kolonie.

Prunk für die Nachwelt

Architektonisch sind die Spuren des Mogulreichs auch heute noch überall sichtbar. Typisch für den sogenannten «Mogul-Stil» mit seinen persischen Einflüssen ist das wohl bekannteste Bauwerk Indiens, das Taj Mahal nahe Agra. Hier ließ der Urenkel des ursprünglichen Eroberers Babur, Shah Jahan, für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal ein prunkvolles Marmor-Mausoleum errichten. Eins ist damit auf jeden Fall klar: In puncto Macht und Luxus sind die Mogule allemal als Vorbilder geeignet.

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Françoise Hauser