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Stichwort Asien: Yakuza

Wenn dem neuen japanischen Geschäftspartner die eine oder andere Fingerkuppe fehlt, ist Vorsicht geboten. Denn dann handelt es sich wahrscheinlich um ein Mitglied der „Yakuza“, der lokalen Mafia

Wie alle „Institutionen“ Ostasiens können auch die Yakuza auf eine lange Geschichte zurückblicken. Erste Gruppen, die aus Vereinigungen von Straßenhändlern und Spielern hervorgegangen sein sollen, gab es schon im 17. Jahrhundert, wobei die Mitglieder meist aus den unteren sozialen Schichten oder aus der Kaste der ausgestoßenen Burakumin stammten. Ihr Status als „minderwertige Subjekte“ zeigt sich auch am Namen: Der Ausdruck Ya-ku-za bezeichnet die Zahlen 8-9-3, eine wertlose Karten-Kombination im japanischen Kartenspiel Oicho-Kabu.

Meister der Unterwelt

Etwa 100.000 Yakuza soll es in Japan geben, wobei es sich nicht um eine einheitliche Organisation, sondern um viele konkurrierende Banden (Gumi) handelt. Traditionell gehören Glücksspiel, Drogenhandel, Prostitution, Geldverleih und Schutzgelderpressung zu den wichtigsten Einnahmequellen der Yakuza. Trotzdem gibt es aber auch eine nennenswerte Anzahl legaler Yakuza-Geschäfte, die von Immobilienspekulation bis zum Rechtsbeistand (kein Witz!) reichen.

Versehentlich an einen Yakuza zu geraten ist eher unwahrscheinlich: Zum einen sind gut 70% von Ihnen großflächig tätowiert (mit dem Ergebnis, dass auch tätowierte Nicht-Yakuza keinen Zugang zu öffentlichen Badehäusern haben), zu anderen sagt man ihnen einen extrem kitschigen Geschmack nach. Nicht zuletzt trägt die Praxis des „Yubitsume“, des Büßens durch Abschneiden einer Fingerkuppe, dazu bei, dass Yakuza auffallen. Seit 1993 ist die Mitgliedschaft in einem Gumi strafbar. Geändert hat dies allerdings wenig: Zwar treten die Yakuza seither ein wenig diskreter auf, doch die guten Verbindungen zu Wirtschaft und Politik sind geblieben.

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