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Stichwort Asien: Konkubine

Als „Nebenfrau“, „Zweitfrau“ oder einfach nur „Gespielinnen“ tauchen sie in fast jedem prä-sozialistischen chinesischen Film oder Roman auf. Doch wer waren diese Frauen eigentlich?

Auch im alten China war es rein rechtlich nicht möglich, mehr als eine Frau zu heiraten. Eheliche Verbindungen wurden von der Familie arrangiert, Braut und Bräutigam hatten dabei nur wenig mitzureden. Während die Hochzeit mit der Hauptfrau oft auf strategischen Gründen basierte, galten die Konkubinen als erotische Gespielinnen oder Statusobjekte. Diese wurden ohne große Zeremonien in den Haushalt aufgenommen und standen in der Hierarchie weit unter der Hauptfrau. Dass sie im Deutschen oft als „Zweitfrau“ oder „Nebenfrau“ bezeichnet werden, ist im Grunde genommen nicht korrekt. Mangels offiziellen Status waren sie weder rechtlich abgesichert noch erbberechtigt.

Dem Mann ausgeliefert

Das Alltagsleben der Konkubinen war geprägt vom permanenten Machtkampf um die Gunst des „Ehemannes“, den versteckten Intrigen und Eifersüchteleien unter den Frauen des Haushalts und nicht zuletzt dem Druck, dem Hausherren einen Sohn zu gebären. Meist wurde dieser dann jedoch als Kind der Haupt- und eigentlichen Ehefrau erzogen. Fand der Mann keinen Gefallen mehr an der Konkubine, konnte er sie grundlos verstoßen. Starb der Hausherr gar, erwies sich dies meist als absolute Katastrophe für die Konkubinen. Ihr Schicksal oblag nun der Hauptrau. Nicht selten ließ diese ihre unliebsamen Konkurrentinnen in ein Bordell verkaufen oder jagte sie mittellos aus dem Haus.

Ein Privileg weniger

Auch wenn es in vielen Romanen aus der Zeit des klassischen China so scheinen mag, als sei diese Form des Zusammenlebens weit verbreitet gewesen, so trifft dies natürlich nur auf die Oberschicht zu. Konkubinen zur Zweit- oder Drittfrau zu nehmen erhöhte den gesellschaftlichen Status – gar nicht unähnlich der jugendlichen Geliebten alternder westlicher Männer. In China hatten die Konkubinen freilich wenig mitzureden. Als junge Mädchen verkauft, war ihr Schicksal nicht selbst gewählt. Meist stammten sie aus der Unterschicht, denn hier war es den Eltern oft gar nicht möglich, ihren Töchtern eine ordentliche Hochzeit zu finanzieren, ohne sich in den Ruin zu treiben.

Obwohl das Konkubinat 1949 in China offiziell abgeschafft wurde, gibt es heute wieder eine ganz Reihe solcher Verbindungen. Vor allem neureiche Geschäftsmänner aus Taiwan, Hong Kong und China leisten sich wieder den Luxus, eine Zweitfrau auszuhalten. Dies geschieht heute allerdings meist ohne das Wissen der Ehefrauen, die diesen Umstand wahrscheinlich mit einer Blitz-Scheidung quittieren würden.

Françoise Hauser

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