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Stichwort Asien: Sherpa

Unzählige von ihnen haben den Mount Everest bereits bestiegen, von den anderen Gipfeln des Himalajas ganz zu schweigen. Ruhm wurde ihnen trotzdem nie zu Teil.

Lediglich der Sherpa Tenzing Norgay schaffte es zu passablem Ruhm, gelang es ihm doch zusammen mit dem Briten James Hillary 1953 den Mount Everest erstmals zu bezwingen. Ganz zu Recht hatte Hillary erkannt, dass diese gewaltige Leistung ohne den kundigen Träger und Führer nicht möglich gewesen wäre.

Seither haben sich zahllose Expeditionen an diesem Berg versucht. Mit der zunehmenden Zahl der Himalaja-Expeditionen fand daher auch der Begriff „Sherpa“ seinen Weg in den Westen. Als zähe und ausdauernde Träger schleppen sie vom Gepäck bis zur Ausrüstung praktisch alles mit, was eine Expedition so braucht. Gut 100.000 Träger gibt es in Nepal, und ohne sie wäre der Trekking-Tourismus nicht denkbar. Trotzdem: Nicht alle Träger sind Sherpas, denn entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich nicht um eine Berufsgruppe, sondern um eine Herkunftsbezeichnung: Wörtlich übersetzt bedeutet „Sherpa“ das „Volk aus dem Osten“. Diese Volksgruppe wanderte vor Jahrhunderten aus Tibet in den nepalischen Teil des Himalajas ein. Heute siedeln sie vor allem in der Region Solukhumbu.

Karriere gemacht

Dass gerade sie so erfahrene und ausdauernde Lastenträger wurden, hat einfache Gründe: Straßen sind in dieser unerschlossenen Region selten, so dass seit jeher Lastenträger die abgelegene Region mit Waren bedienen. Als Expeditions-Träger der ersten Stunde haben es heute einige Sherpas durchaus zu bescheidenem Wohlstand geschafft und verdingen sich nun eher als Bergführer oder Tourismus-Unternehmer, während andere Volksgruppen den Knochenjob der simplen Lastenträger übernehmen. „Waschechte“ Sherpas mit gutem Ruf können pro Expedition schon einige tausend Euro verdienen, im armen Nepal ein wahres Vermögen! Einfache Träger hingegen kommen nicht einmal auf umgerechnet vier Euro am Tag, schleppen dafür aber mehr als 30 Kilo Last in ihren traditionellen Körben.

Die Last bleibt

Alles in allem werden Sherpas trotzdem international mit schwierigen Aufgaben assoziiert: Besonders im englischen Sprachraum taucht dieser Begriff immer wieder in der Politik auf. Hier allerdings bezeichnet er die Staatsdiener, die sich mit der Vorbereitung der G-8-Gipfeltreffen beschäftigen.

Francoise Hauser

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