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Stichwort Asien: Kimono

Alleine anziehen kann ihn kaum einer, und auch schnell mal überwerfen lässt er sich nicht. Trotzdem ist der Kimono das japanische Kleidungsstück schlechthin.

„Was zum Anziehen“ lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs „Kimono“. Da wundert es kaum, dass er einst für praktisch alle Kleidungsstücke stand. Die Vorform des Kimono wie er heute noch in Japan zu traditionellen Anlässen getragen wird, kam bereits im achten Jahrhundert auf, seine heutige Form samt auf dem Rücken gebundenem Obi-Gürtel der Frauen allerdings erst im 18. Jahrhundert. Heute kommt der Kimono vor allem bei Familienanlässen wie Hochzeiten oder Beerdigungen und traditionellen Festen zu Einsatz.

Nüchtern betrachtet handelt es sich dabei um einen gerade geschnittenen, T-förmigen Überwurf, der seine komplizierte Form erst entwickelt, wenn er an den richtigen Stellen gefaltet und mitthilfe des breiten Obi-Gürtels am Träger befestigt wird. Prinzipiell unterscheiden sich Männer- und Frauen-Kimonos nur in der Ausschmückung und den Accessoires: Während der männliche Part eher schlicht gehalten ist, glänzt der weibliche Kimono durch prächtige Muster und Verzierungen. Besonders der mehr als drei Meter lange Obi ist alleine praktisch nicht anzulegen, so dass es in Japan auch heute noch professionelle „Kimono-Ankleider“ gibt.

Das Gewand der Geishas

Generell sind es eher die Frauen, die sich heute noch die Mühe machen, den Kimono zu tragen. Doch auch buddhistische und shintoistische Priester legen ihn täglich an. Dass der Kimono in Europa so bekannt ist, liegt aber sicher an seinen prominentesten Trägerinnen, den Geishas, die sich auch im Alltag im Kimono bewegen.

Die Form der Ärmel und das Stoffmuster verraten oft auf den ersten Blick, ob es sich um eine verheiratete oder ledige Frau handelt, oder zu welchem Anlass er getragen wird. Eines haben die Kimonos aller Stilrichtungen allerdings gemein: Sie sind teuer. Ein handgefertigter Kimono kann bis zu 10.000 Euro kosten! Lediglich der Baumwollene Yukata, eine recht simpler Sommer-Kimono, ist günstig zu haben. Einst als Badekleidung gedacht, ist er nur für formlose Anlässe geeignet. Passend dazu legt man in Japan die hölzernen Geta-Sandalen an, die den unbedarften Westler ein wenig an mit Stegen versehene Frühstücksbrettchen erinnern.

Wer als Ausländer den Kimono anlegt muss sich übrigens nicht nur mit diesen gewöhnungsbedürftigen Schuhen auseinandersetzen, sondern auch die „Richtung“ ändern: Beim Kimono wird immer die linke über die rechte Seite gefaltet. Die andere Richtung (wie es den meisten Europäern instinktiv richtig erscheint) ist den Toten vorbehalten.

Francoise Hauser

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