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Es stimmt schon, es spricht einiges dafür, sich in den heißen und trockenen Regionen der Welt den Kopf mit Stoff zu bedecken. Erst recht, wenn Sand und Staub allgegenwärtig sind. So wie im Orient, wo der Turban wahrscheinlich entstand. Zumindest der deutsche Ausdruck „Turban“ stammt vom Farsi-Wort „Dulband“ ab und gelangte über das italienische „Turbante“ ins Deutsche.
Türkische Sultane und arabische Herrscher wurden meist mit beeindruckenden Turbanen dargestellt, kein Wunder also, dass die Kopfbedeckung im Westen klassisch mit der arabischen Welt verbunden wird. In der Tat ist der Turban im gesamten Orient verbreitet, wenn auch in vielen Variationen. Die Länge des Stoffs reicht von fünf bis zu über 20 Meter, und auch die Art, wie er gebunden wird, verrät die Herkunft des Trägers. Wenn der Turban hierzulande als Symbol des Islam gilt, so ist das nur teilweise richtig: Zwar ist er in den moslemischen Regionen dieser Welt besonders weit verbreitet, doch stammt er eigentlich aus vor-islamischen Zeiten: Schon Ausgrabungen im indischen Harappa förderten eine über 5000 Jahre alte Figur mit Turban zutage. Eine religiöse Verpflichtung, den Turban zu tragen, kennt der Islam daher nicht.
Ganz anders dagegen in der nordindischen Sikh-Religion: Ihren Anhängern ist es verboten, die Körperhaare zu schneiden. Das lange Haupthaar wird deshalb zu einem Dutt zusammengefasst und unter dem konisch gebundenen Dastar-Turban versteckt. Selbst der Bart wird, sofern er die erforderliche Länge erreicht hat, bis unter den Stoff geflochten. Auch Frauen tragen hier klassischerweise einen Turban, der Sikhs beiderlei Geschlechts von weitem als solche ausweisen soll, wenn auch dieses Gebot nicht so streng beachtet wird.
Egal wo auf der Welt, der Turban hat immer eine sehr traditionelle Note. 1925 wurde er deshalb in der Türkei verboten – Kemal Atatürk wollte das Land modernisieren und verordnete seinen Landsleuten den Hut.
Francoise Hauser