Sudoku
Anders als die meisten vermuten, stammt das Sudoku ursprünglich nicht aus dem fernen Osten. Tatsächlich hat ein Amerikaner das Zahlenrätsel ausgetüftelt: der einfallsreiche Architekt Howard Garns, der es erstmals 1979 anonym und unter dem Namen „Number Place“ veröffentlichen ließ. Nach ihrer Premiere in den USA hatten die Sudokus ihren großen Durchbruch jedoch erst zwischen 1984 und 1986, als die japanische Zeitschrift Nikoli begann, sie regelmäßig abzudrucken. Zum Erfolg trug bei, dass Zahlenrätsel in Japan traditionell eine große Rolle spielen, da sich die japanische Schrift nicht gut für Kreuzworträtsel eignet. In Japan kam das Rätsel auch zu seinem heutigen Namen, der so viel wie „Es ist am besten, wenn die Zahl alleine bleibt“ bedeutet.
Von Japan aus in die weite Welt
1997 stieß dann der Neuseeländer Wayne Gould beim Stöbern in einem Buchladen in Japan auf ein teilweise ausgefülltes Sudoku. Das Rätsel ließ ihn nicht mehr los und er verbrachte die nächsten sechs Jahre damit, eine Software zu entwickeln, mit deren Hilfe man beliebig neue Sudokus erstellen kann. Diese Erfindung sollte dem Rätsel einen weltweiten Erfolg bescheren. Die von Goulds Software erstellten Sudokus wurden in der Londoner Times publiziert und andere renommierte Tageszeitungen zogen nach. Eine regelrechtes „Sudoku-Fieber“ brach aus und übertrug sich bald auch auf andere Länder.
Rätselspaß für alle
Sei es der Geschäftsmann in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, die Studentin in ihrer Mittagspause oder die Rentnerin auf ihrem Sofa – keine Altersklasse ist gegen das Rätsel immun. Sudokus sind Gehirntraining und anspruchsvoller Zeitvertreib zugleich: Es gibt sie in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und man kann sie praktisch überall spielen. Ziel ist dabei, ein Quadrat mit 81 Feldern so zu ergänzen, dass jede Zahl von eins bis neun in jeder Spalte, in jeder Zeile und in jedem der neun Unterquadrate nur einmal vorkommt. So einfach die Regeln sind, so schwer kann doch das Lösen eines Sudoku sein. Es gilt, unter den rund 6,7 Trilliarden Möglichkeiten verschiedener vollständig ausgefüllter Sudokus die richtige Lösung für das jeweilige Sudoku mit einer begrenzten Anzahl von vorgegebenen Zahlen zu finden. Wer die Herausforderung sucht, wird in Zeitungen, Rätselheften und im Internet fündig. Und wer sich gar nicht von seinem geliebten Zahlenrätsel trennen mag, der kauft sich ein tragbares elektronisches Sudoku-Gerät.
Aus inAsien, Ausgabe 4/2010
Autorin: Min-Hi Ohm
minhi.ohm@asiavision.de


