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Stimmt's?
Folge 1: Asiaten vertragen nix
Auf dem Oktoberfest sind sie immer als erste betrunken, ist zu hören. Schon ein Glas Bier genüge, um aus einem zurückhaltenden Asiaten eine angeheiterte Stimmungskanone zu machen. Vorurteil oder Fakt?
Tatsächlich unterscheiden sich etwa 50 Prozent der asiatischen Bevölkerung (nicht nur) vom bayerischen Maskrugstemmer durch einen enzymatisch bedingten langsameren Abbau von Alkohol. Bei der Zerlegung des Äthanols im Körper entsteht das giftige Zwischenprodukt Acetaldehyd, das mit Hilfe des Enzyms ALDH in harmlose Essigsäure umgewandelt wird. Dieses ALDH-Enzym arbeitet bei gut der Hälfte aller Asiaten langsamer als bei uns bei einigen ist es praktisch inaktiv. Auch Indianer und Eskimos sollen genetisch eher für einen gemächlicheren Alkoholabbau ausgestattet sein. Betroffene können bereits von kleinen Mengen Weingeist einen leuchtend roten Kopf, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit bekommen.
Das wird auch der Grund dafür sein, dass in den asiatischen Hochkulturen schon früh Tee geschlürft wurde, während sich die Europäer bis vor 100 Jahren noch hauptsächlich an Bier und Wein hielten. Wen wundert es da, dass der Alkoholismus unter Asiaten nicht sehr verbreitet ist? Einige Medikamente, die Alkoholikern helfen sollen, trocken zu werden, arbeiten sogar nach dem gleichen Prinzip wie das asiatische Enzym: Sie sorgen dafür, dass sich der Alkohol langsamer abbaut und als Folge das Trinken zur Qual wird. Seltsamerweise erfreut sich der Reiswein inAsien trotzdem groser Beliebtheit. Offensichtlich gibt es hier einen Unterschied bei der Verträglichkeit von Bier, Schnaps und japanischem Reiswein.
In Japan wurde nun ein Hautpflaster entwickelt, mit dessen Hilfe sich feststellen lässt, wieviel Alkohol der Körper verträgt. Das Pflaster färbt sich rot, wenn die Testperson über zu wenig Alkohol abbauende Enzyme verfügt. So rot wie die Köpfe unserer asiatischen Freunde, wenn sie auf den Tischen tanzen.
Jutta Maier


