Stimmt's?
Dicke Chinesen, Japaner oder Vietnamesen? Eher selten. Einzig mit Sumo-Ringern verhält es sich anders. Um die nötige Performance zu zeigen, verdrücken diese Kolosse täglich vor und nach dem Training eine 8.000 Kalorien starke Portion eines eiweißreichen Eintopfes aus Fisch, Fleisch und Gemüse. Anschließend halten sie ein Schläfchen, um die Gewichtszunahme nicht zu stören.
Auch wenn Berichte über die neuen Wirtschaftsmächte in Fernost anderes vermuten lassen, so gibt es immer noch viele Menschen, die nicht in dem Maße Fleisch konsumieren können, wie sie wollen. Reis und Gemüse sind vor allem in ländlichen Regionen elementarer Bestandteil des Speiseplans. Grund für die Bevorzugung bestimmter Lebensmittel sind die landwirtschaftlichen Bedingungen. Das Klima Asiens eignet sich eben besonders gut für den Anbau von Reis. China beispielsweise eigne sich aufgrund der ökologischen Beschaffenheit weniger zur Rinderhaltung als eher zur Haltung von Schweinen. Sie würden deshalb als Nahrungsquelle bevorzugt, sagt Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Gonder. Was wiederum zur Folge hat, dass der Konsum von Milchprodukten in China traditionell gering war. Ein hoher Prozentsatz der Asiaten hat deshalb eine so genannte Lactoseintoleranz entwickelt, das heißt ihnen fehlt ein Enzym zur Verdauung von Milchprodukten. Der positive Nebeneffekt: Tierische Fette spielen in der Ernährung von Asiaten nur eine untergeordnete Rolle. Das hilft beim Schlanksein.
Fastfood macht auch Asiaten dick
Entscheidend sind also vor allem die Unterschiede in der Ernährung. Asiaten ernähren sich anders als wir, und das hält sie schlank. Während in Deutschland jeder zweite Erwachsene und sogar ein Drittel aller Kinder an Übergewicht leiden, erfreuen sich die Asiaten mehrheitlicher einer eher schlanken Statur. Dass die Ernährung der entscheidende Faktor ist, lässt sich einfach überprüfen. Schaut man sich einmal die Chinesen und Japaner an, die lange im westlichen Ausland leben, fällt auf, dass die Zahl der Übergewichtigen stark ansteigt. Die typisch westliche Ernährung, einseitig und reich an tierischen Fetten, sorgt dafür, dass bestimmte Krankheiten, die durch ungesunde Ernährung begünstigt werden, zum Beispiel Darmkrebs, zunehmen. Der Einzug westlichen Essverhaltens, gerade im Zusammenhang mit der erfolgreichen Eroberung Asiens durch Fastfood-Ketten, lässt Übles erwarten und den Ernährungsberater wohl auch dort zum Beruf der Zukunft werden.


