Die Webseiten des Fremdenverkehrsamtes von Indien erhält gemischte Noten: Die Informationen auf der deutschen Sektion von www.india-tourism.com sind zwar durchaus ausführlich und gut gegliedert aber höchst unkritisch: Mit keinem Wort wird erwähnt, dass sich die Krisenregion Jammu und Kashmir zur Zeit mit wenigen regionalen Ausnahmen keineswegs als Feriendestination eignet – zumindest nicht ohne Privatarmee! Auch die anderen, teils von bürgerkriegsähnlichen Zuständen geschüttelten Provinzen des Nordostens erscheinen als friedliche Idyllen. Das Online-Formular zur Infoanforderung ist recht knapp, die dort auszuwählenden Broschüren stellen nur einen geringen Bruchteil der im Fremdenverkehrsamt selbst erhältlichen Hefte dar. Immerhin reagiert man im Fremdenverkehrsamt aber auf die unter „Anmerkungen“ geäußerten Sonderwünsche. Alles in allem sind die größtenteils deutschsprachigen Broschüren sehr gut gestaltet und informativ. Beim Versand jedoch gibt man sich gemütlich: Erst nach 18 Tagen wird das Paket losgeschickt. Weitere Versuche zwischenzeitlich die Webseite zu besuchen, scheitern im Übrigen: Sie ist immer wieder mal nicht erreichbar und verweist dann netterweise auf die Google-Suchmaschine.

Ein wenig enttäuschend ist auch die Internetpräsenz der Japan National Tourist Organisation unter www.jnto.go.jp. Zwar finden sich hier ausführliche Infos zu den bekanntesten Reisezielen Japans, darüber hinaus jedoch bleiben die japanischen Tourismusprofis alle Fragen schuldig. Wer beispielsweise die nördliche Insel Hokkaido oder das südliche Kyushu besuchen möchte, muss sich anderweitig umsehen. Einige wenige Infobroschüren zu Kyoto, Tokyo und die Region rund um den Fuji-Berg sind per Download erhältlich. Weitere Online-Bestellmöglichkeiten gibt es nicht - selbst die E-Mail-Adresse ist nirgendwo vermerkt. Um weitere Infos zu erhalten, muss sich der Reisende in spe telefonisch oder per Fax melden.

Das Malaysia Tourism Promotion Board schneidet da schon besser ab: Die Webseite unter www.tourismmalaysia.de ist gut aufgebaut und voller nützlicher Informationen zur Reiseplanung. Auch die Online-Anforderung ist leicht zu finden, funktioniert aber dank eines „internal errors“ nicht. Per E-Mail also. Diese wird beeindruckend schnell beantwortet: Abends geordert, sind die Broschüren schon am nächsten Morgen bei der Post. Teils sind die angeforderten Unterlagen zwar nicht auf Lager (so das Begleitschreiben), aber der Standard-Packen kann sich sehen lassen und ist fast ausschließlich auf Deutsch gehalten. Eventuelle Info-Lücken lassen sich mit der ausführlichen Liste von Web-Adressen füllen, die ebenfalls beigelegt wurde. Auch wenn die Broschüren keinen Reiseführer ersetzen, ein Stop-over in Kuala Lumpur kann man damit schon bestreiten.

Positiv entwickelt sich die Anfrage beim Philippine Tourist Office: Die Suche beginnt zunächst eher mager, denn die offizielle Adresse www.diephilippinen.de ist nicht aufrufbar. Auf der englischen Seite www.tourism.gov.ph jedoch locken paradiesische Bilder und eine kleine Ecke „contact“, dessen E-Mail-Adresse an die Behörden in Manila geht. Die Antwort darauf kommt schwindelerregend schnell: Nur wenige Stunden später meldet sich die Frankfurter Niederlassung ebenfalls per E-Mail. Auf Englisch, genauso wie die ebenso schnell versandten Info-Broschüren, was aber daran liegt, dass die Anfrage auf Englisch erfolgte. Einen freundlichen Hinweis, dass alle Materialien gerne auch auf Deutsch versandt werden, gibt es ungefragt dazu. Sympathischer und schneller geht es kaum.

Echte Profis waren auch beim Fremdenverkehrsamt von Singapur am Werk. Unter www.stb-germany.de findet sich fast alles, was der Reisende für einen kurzen Singapur-Aufenthalt braucht. Auch die Seite für Online-Anforderungen ist leicht zu finden, detaillierte Wünsche sind allerdings nicht möglich. Wer die Rubrik „Ich möchte Infos“ ankreuzt, erhält nur wenige Tage später einen Shopping-Guide, Hotelführer, einen generellen Reiseführer und sogar passend zur Jahreszeit die Broschüre „Christmas in Singapore“. Der einzige Nachteil: Auf Deutsch scheint es kaum Druckerzeugnisse zu geben, vom Reiseführer abgesehen ist alles auf Englisch gehalten. Wer dieser Sprache mächtig ist, kann sich auch per E-Mail-Newsletter regelmäßig über singapurische Events informieren lassen. Alles in allem trotzdem ein guter Service, der kommerzielle Reiseführer ersetzen kann.

Bunt gemischt und in ansprechendem Design präsentiert sich das Fremdenverkehrsamt von Thailand unter www.thailandtourismus.de. Wer nach dem durchaus ausführlichen Rundumschlag Interesse an Thailand gefunden hat, sieht sich aber mit einem spartanischen Angebot auf der Online-Bestellseite konfrontiert. Hier stehen nur Surat Thani, Phuket und Chiangmai zur Auswahl, selbst Bangkok ist nicht mit einer eigenen Broschüre vertreten. Auch die Übertragung klappt letztlich nicht: Nach mehreren Fehlermeldungen „unauthorised domain“ geht der Info-Wunsch dann doch manuell per E-Mail raus. Die Antwort erfolgt nach nur zwei Tagen, die Ausbeute ist recht spärlich, aber auf Deutsch. Den Reiseführer in Buchform ersetzen diese Materialien ganz bestimmt nicht.

Heike Barai

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