www.Yangzi
Wer im Internet nach Informationen zum Yangzi oder dessen Staudamm-Projekt sucht braucht Geduld. Denn wer weiß schon, welche der vielen, unübersichtlichen Transkriptionen verwendet wurden: Yangzi? Yangtse? Yangtze? Jangtze? oder der chinesische Name des Flusses Changjiang? Genauso sollte man nach Sandouping (hier wird er gebaut, der Damm), Drei Schluchten oder Three Gorges suchen (die dann später teils versinken, auf Chinesisch tun sie es als "Sanxia"). Oder Sie folgen unseren Links. Das geht sicher schneller.
Die Basics finden Sie jedenfalls beim Deutschen Talsperren Komitee unter www.germannatcom-icold.de/info/index.cgi/page/three_gorges und www.germannatcom-icold.de/info/index.cgi/page/tgp_exkursion. Letztere ist schnörkellos aber in Punkto Technik sehr ausführlich. Interessant ist im Vergleich dazu das neueste Papier www.germannatcom-icold.de/info/index.cgi/page/three_gorges_2. Hier wird nach mehreren Jahren Bilanz gezogen. Dass aus dieser Quelle, immerhin handelt es sich um überzeugte Vertreter des Dammbaus, nicht die kritischsten Kommentare kommen, liegt allerdings auf der Hand und so sollte man das Bild auf weiteren Seiten vervollständigen. Nicht mehr ganz neu aber immer noch gut ist der Artikel der www.geogr.uni-goettingen.de/kus/apsa/pn/pn11/schlucht.html in den Pacific News von 1998. Ein grober Überblick über alle Vor- und Nachteile sowie einige gute Erläuterungen der geographischen Hintergründe helfen auch Laien zu einem besseren Verständnis der Problematik. Bevor Sie sich den wirklich kritischen Gegnern zuwenden, wäre vielleicht noch die Seite www.ctgpc.com der China Three Gorges Project Development Corporation zu besuchen, dem offiziellen Betreiber des Damms. Verstehen werden Sie dort wenig, denn die höchst professionelle Seite ist leider nur auf Chinesisch gehalten. Was ja auch irgendwie ein politisches Statement ist. Last but not least wäre da noch die Sammlung der chinesischen Botschaft in den USA, die unter www.china-embassy.org/eng/zt/sxgc/default.htm praktisch alle favorablen Kommentare zusammengetragen hat.
Selbstverständlich – man ahnt es fast – hat ein derart gigantisches Projekt nicht nur positive Seiten. Die US Organisation International Rivers Network hat auf der Webseite www.irn.org/programs/threeg/ allerhand Gründe gegen den Staudamm zusammengetragen. Neben den ökologischen Argumenten widmet man sich hier vor allem dem Schicksal der umzusiedelnden Menschen sowie allerhand Korruptionsskandalen rund um den Damm. Ebenfalls sehr interessant: Welche internationalen Geldgeber verbergen sich eigentlich hinter dem Projekt? Offensichtliche und weniger offensichtliche Verbindungen werden hier aufgedeckt.
Manche Opfer des Dammbaus sind in Europa trotz aller Medienarbeit eher unbekannt: Der Yangzi-Delfin zum Beispiel, dessen letzte Exemplare wahrscheinlich dem Untergang geweiht sind. Die chinesisch-schweizerische Organisation www.baiji.org setzt sich für den Erhalt dieser Art ein und liefert hier alle biologischen und ökologischen Fakten. Etwas forscher widmete sich auch eine Reportage des mittlerweile geschlossenen Magazins Asiaweek dem Thema unter www.asiaweek.com/asiaweek/98/0327/feat1.html. Überaus deutlich geht auch die Webseite www.threegorgesprobe.org/tgp/index.cfm einer amerikanischen Privatinitiative zur Sache. Das Plus: Tägliche Updates und ein beeindruckender Überblick über die internationalen Medienkommentare zum Damm. Neben vielen Fotos bietet sie deshalb sehr aktuelle Infos zum Stand der Arbeiten. In der Sektion www.threegorgesprobe.org/pi/documents/three_gorges/Yangtze/index.html findet sich sogar das komplette Buch „Yangtze! Yangtze!“ der kritischen Journalistin Dai Qing, die ihren Einsatz bereits mit Verhaftung und Gefängnis bezahlen musste. Peppiger aber ausgewogen arbeitet der amerikanische Fernsehsender PBS www.pbs.org/itvs/greatwall/ arbeitet die kontroversen Haltungen zum Damm auf, inklusive Videoclips und vielen Links. Ein besonderer Leckerbissen ist allerdings das Gästebuch der Seite. Erstaunlich wie viele Rechtschreibfehler die Freunde dieses Senders hinterlassen, der sich immerhin selbst als Bildungsfernsehen versteht!
Wer lieber auf Deutsch liest findet unter geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1480/pdf/SdF-2002-1f1.pdf eine Zusammenfassung des Zentrums für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung der Universität Gießen aus dem Jahr 2004. Schon der neutrale und wissenschaftliche Stil macht den Artikel zur idealen Abschlusslektüre.


