www.Asien-Film

Freunde asiatischer Filme mussten vor wenigen Jahren noch in der Kungfu-Kiste der Videothek kramen, um sich mehr oder minder schmerzhaft-akrobatische Kampffilme anzutun – oder auf kantonesische Originalfassungen mit japanischen Untertiteln und ähnlich schwere Kost zurückgreifen. Gut dass heute eine ungleich größere (und bessere!) Auswahl nach Europa schwappt

Spätestens als die Chinese Ghost Story zur besten Sendezeit im deutschen Fernsehen lief, wurde auch dem hiesigen Publikum klar, dass Asien mehr zu bieten hat als Hau-Drauf-Filme. Die aktuelle Bollywood-Welle tut ihr übriges dazu. Wer sich, auf den Geschmack gekommen, auf die Suche nach asiatischen Filmen ins Internet begibt, sollte mit mehreren Begriffen arbeiten: Asien-Film (und das englische Asia film) werden oft ausschließlich für Ostasien verwendet, während die Filme aus dem indisch geprägten Raum unter dem Stichwort Bollywood laufen, egal ob es sich um farbenfrohe Schnulzen oder anspruchsvolle Werke handelt.

Einsteiger informieren sich am besten erst einmal auf einer der generellen Seiten (die im Übrigen nicht zwischen Ostasien und Indien unterscheiden): www.asianfilms.org zum Beispiel oder www.cineasia-magazin.de. Beide Seiten eignen sich gut zum stöbern und locken vereinzelt mit Filmausschnitten. Der kommerzielle Anbieter www.asienfilmweb.de möchte seine Produkte natürlich vorrangig verkaufen, bietet aber ebenfalls einen schönen Einstieg. Die passenden Trailer findet man unter www.cinemafareast.de, der Trailer-Button befindet sich auf der Seitenmitte. Bunter und teils recht trashig zeigt sich der Asian Movies Webring unter http://h.webring.com/hub?ring=asianmovies. Die eine oder andere Webseite über liebesbedürftige philippinische Frauen fällt in diesem bunten Gewühl kaum noch auf. Frankophone Leser werfen vielleicht auch einen Blick auf www.cineasie.fr, eine sehr übersichtliche Seite, wenn es darum geht, Informationen zu einem bestimmten Film oder Regisseur zu finden. Derart über die Grundlagen informiert, macht es durchaus Sinn, die weitere Suche nach Ländern zu differenzieren.

China & Hongkong

Wer sich für die Hintergründe der chinesischen Filmgeschichte interessiert, ist auf der Seite http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=958876053 genau richtig. Dahinter verbirgt sich der Link zu einer überaus informativen und lesbaren Hamburger Dissertation über den chinesischen Film von 1905 bis 1995. Geht es um den Hong Konger Film, ist die Seite www.hkmdb.com mit ihrem ausführlichen Verzeichnis und Diskussionsforum empfehlenswert. In puncto Design und Übersichtlichkeit besonders schön dagegen zeigen sich die Ländersektionen des www.usc.edu/libraries/archives/asianfilm/.

Mongolei

Dank Urga, Die Höhle des gelben Hundes und Mongolian Ping Pong weiß man nun sogar in Deutschland: Auch in der Steppe wird gefilmt. Ziemlich gut sogar. Die Seite www.mongolei.de/kultur/filme.htm erleichtert die Suche nach weiteren Werken, die passenden Hintergrundinfos findet der Surfer unter http://userpage.fu-berlin.de/%7Ecorff/im/Film/refkino.html.

Japan

Unter den zahllosen Webseiten über den japanischen Film sticht www.midnighteye.com dank breiter Berichte und minimalistischen Designs positiv hervor. Manga-Fans dagegen sollten unbedingt unter www.manga.com vorbeischauen.

Korea

Auch für den koreanischen Film ist die Auswahl enorm groß, wobei viele der Seiten jedoch ausschließlich in Koreanisch, Japanisch und Chinesisch gehalten sind. Sowohl der Korean Film Council www.kofic.or.kr/english/index.asp als auch www.cinekorea.com widmen sich dem inAsien zurzeit überaus beliebten koreanischen Kino auf Englisch.

Indien

Wenig verwunderlich ist Bollywood im Netz auf abertausenden von Seiten vertreten. Einen schönen ersten Einblick vermittelt die Foto-Story des Journalisten Jonathan Torgovnik unter www.digitaljournalist.org/issue0306/jt_intro.html. Hier gehr es weniger um filmerische Eigenheiten, als um die Rolle des indischen Kinos im Alltag der kleinen Leute. Der Link zu den Bildern befindet sich am unteren Ende der Seite. Richtig detailliert erläutert www.jump-cut.de/bollywood101.html die Entstehung des Bollywood-Genres, wobei der Text für die gemütliche Lektüre auch als PDF zur Verfügung steht. Wer’s peppiger sucht, schaut unter www.planetbollywood.com nach, einer recht kommerziellen, da Werbe-lastigen Adresse. Seriöser gibt sich die staatliche National Film Development Corporation of India www.nfdcindia.com, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „gute“ Filme zu fördern.

Pakistan/Bangladesh

Auch wenn sie hierzulande wenig beachtet werden, die Nachbarländer Indiens haben ebenfalls eine Filmindustrie, deren Geschichte unter http://mazhar.dk/film/ (Pakistan) und www.bangladesh.net/cinema/ nachzulesen ist.

Francoise Hauser